Success Story

HACO A/S

Der XXL-Lohnfertiger aus Jütland

Nur Konzerne besitzen einen Werkzeugmaschinenpark de luxe: Dieses Gerücht widerlegt seit Jahren ein dänischer Job-Shop der besonders mutigen Art. Die dänische HACO A/S investierte über vierzehn Millionen Euro in fünf Karusselldrehmaschinen der Dörries Scharmann Technologie GmbH (DST) und stieg damit hoch im Norden zum führenden Lohnfertiger für sehr große, relativ flache und runde Bauteile auf.

Barrit Langgade 97, DK-7150 Barrit: Hier - mitten in einem kleinen, typisch ländlichen Ort in Jütland - sollen für Firmen wie Siemens Wind Power, Vestas, Valmont SM, LM Windpower, KHS und MAN Turbo extrem große, rotationssymmetrische Teile entstehen? Die Skepsis weicht nach dem Betreten der Backsteingebäude der HACO A/S, einem der größten Stammkunden der DST aus Mönchengladbach (Tochter der Schweizer Starrag Group). Auf sehr großen Vertikaldrehmaschinen der Marke Dörries werden pro Jahr rund 10.000 Tonnen Stahl zu XXL-Teilen in hoher Fertigungstiefe (inklusive Schweißen) verarbeitet. Zu den wenigen externen Jobs zählt das Nitrieren – etwa der Laufflächen von hoch beanspruchten Antriebselementen für Windenergieanlagen.

Ein Zertifikat nach DIN ISO 9001 weist daraufhin, dass es sich um einen Job-Shop handelt, der auch selbst Bauteile entwickelt. Sehr gefragt ist diese Dienstleistung bei den Stammkunden aus der Windkraftbranche und der Offshore Industrie, die in Barrit beispielsweise Laufräder oder Formen für Windflügel und Bauteile für Schiffsmotoren oder Bauelemente für Flaschenabfüllanlagen fertigen lassen.

Ein Ökozertifikat EN ISO 14001 des TÜV Nord zeigt, dass diese Arbeit ökologisch einwandfrei mit einem eigenen Umweltmanagement geschieht. Diese Einstellung spiegelt sich auch bei den neuen Maschinen. Alle Maschinen erhalten eine aufwendige Umhausung, die Mitarbeiter vor Lärm und Aerosolen (Mischung aus Luft und sehr fein verteilten festen und flüssigen Teilchen) schützt.

Ein Blick in den Maschinenpark beweist, dass in Jütland vor allem Größe gefragt ist. „Unsere neueste Karusselldrehmaschine von Dörries Scharmann war ausgelegt für Bauteile bis zu einem Umlaufdurchmesser von 6.500 mm“, sagt HACO-Geschäftsführer Henning Albrechtsen. „Wir haben sie auf 7.500 mm erweitert.“ „Ach, hast Du mal wieder eine Maschine vergrößert“, stellt DST-Verkaufsleiter Dipl.-Ing. Hubert Erz erstaunt fest. „Du bist wirklich ein Experte im Ausreizen der technischen Grenzen einer Maschine.“

Der eigentliche Start in die Welt der XXL-Maschinen geschah im Jahr 2000: Albrechtsen kauft eine große, gebrauchte Drehmaschine der Marke Schiess und erhält sofort seinen ersten Großauftrag. Gleichzeitig bekommt der clevere Däne Kontakt zur Starrag-Tochter Dörries Scharmann Technologie GmbH, die das Retrofit dieser Produktionsanlagen und danach auch zwei weiterer Schiess Drehmaschinen übernimmt. Nach dem gleichen Rezept geht der HACO-Geschäftsführer bei den weiteren Investitionen vor. „Wir müssen immer erst die Maschine besitzen, um dann die Aufträge zu bekommen“, betont Albrechtsen. In Barrit stehen mittlerweile elf Karusseldrehmaschinen in unterschiedlichen Größen (Umlaufdurchmesser: 1.600 bis 7.500 mm), von denen fast die Hälfte von Dörries Scharmann stammen: Es handelt sich um eine gebrauchte und vier neue Maschinen (Dörries VC 2500, 3500, 4500, 6000 und 6500). Auf diesen Maschinen fertigt HACO komplett fast alles in einer Aufspannung. Erz: „Hier zeigt sich, dass sich Investitionen rechnen – nicht der Preis der Maschine ist entscheidend, sondern die erzielbaren Stückkosten.“

Was spricht generell für den Kauf von DST-Maschinen? „Wir haben sehr gute Erfahrung mit der Qualität, der Präzision und dem Service gemacht“, sagt Albrechtsen. Aber für ihn spiele auch der gute Name der Marke Dörries Scharmann eine wichtige Rolle – etwa beim Auditieren durch die Inspektoren potenzieller Kunden oder beim Zertifizieren durch deutsche TÜV-Prüfer.

Für Dörries Scharmann sind Lohnfertiger eine besondere Herausforderung. „Es geht darum, das Investitionsvolumen und damit den Maschinenstundensatz niedrig zu halten, damit der Job-shop seine Dienstleistung gut verkaufen kann“, erklärt der DST-Verkaufsleiter. „Außerdem ist sehr hohe Flexibilität gefragt, damit sich der Lohnfertiger auf verschiedenste Aufträge einstellen kann. Das ist ein sehr schwieriger Balanceakt.“

Hinzu kommt in Dänemark, dass dort wie in Deutschland nur besondere Lohnfertiger überleben können. Für HACO kein Problem: Dank des Maschinenparks kann der Familienbetrieb in einer Aufspannung Bauteile mit einem Durchmesser von maximal 7.500 mm und einer Höhe von mehr als 3.000 mm fertigen – mit einer Präzision im Bereich von Hundertsteln von Millimetern. „Wer Karusselldrehmaschinen besitzt, bewegt sich im Vergleich zu Produktionsanlagen für kubische Werkstücke ohnehin in einer Nische“, berichtet Hubert Erz. „Und dann kommen Größe und Qualität noch hinzu. Daher sind Lohnfertiger wie HACO selten.“ 

Das Konzept ging auf: Das Unternehmen erhielt größere und langjährige Aufträge, die auch den Kauf von Anlagen mit höherem Automatisierungsgrad ermöglichen, mit denen sich effektiver und damit kostengünstiger fertigen lässt. Ein Glückstreffer gelang HACO beim Kauf einer neuen Dörries VC 4500 mit sehr hohem Ausstattungsgrad, die sich ein Konzern zum Fertigen von Großkomponenten für Windenergiegetriebe bauen ließ, dann aber doch nicht brauchte.

In Jütland entstehen auf den elf Maschinen mittlerweile nicht nur Einzelstücke, sondern auch Serien in Losgröße 100 (Maschinenteile). Als Highlight seiner Arbeit sieht der Geschäftsführer an, dass anspruchsvolle Kunden HACO auch schon frühzeitig in der Entwicklungsphase hinzuziehen. Albrechtsen: „Ein deutscher Hersteller hat uns auch schon mal gefragt, ob wir eine gute Idee für ein Maschinenteil haben.“

haco

Profil: HACO A/S, Barrit

Klein, fein und familiär: Auf diesen einfachen Nenner lässt sich das Unternehmen HACO A/S bringen, das Johan Albrechtsen 1966 in Klakring als Lohnfertiger für XXL-Teile gegründet hat. 1984 zog das Unternehmen in das benachbarte Barrit in größere Gebäude um. Heute wird der Betrieb von seinen Kindern Irene und Henning geleitet, die mit sechzig Mitarbeitern große, runde Bauteile vor allem für die Windkraft-, Schiffsbau-, Offshore- und Prozessindustrie fertigen und damit einen Umsatz von rund zwanzig Millionen Euro erwirtschaften. 

www.haco.dk

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